Kennst du den Paten, oder Scarface? Vergiss sie, denn hier kommt Yakuza, ein Actionkrimi der besonderen Art. Tritt ein in eine Welt voller Korruption und Intrigen in der nur Ehre, Respekt und Loyalität etwas zählen. Du bist Kiryu Kazuma, der Drache des Dojima Clan und auf dem Weg den eigenen Clan zu gründen. Durch ein Komplott muss dieser für einen Mord ins Gefängnis den er nicht begangen hat, nämlich an seinem Oyabun Dojima. Der eigentliche Täter ist sein bester Freund. Nach zehn Jahren kommt er aus dem Gefängnis frei und muss feststellen, dass nichts mehr so ist wie es einmal war. Die Welt hat sich verändert. Nicht genug, dass er aus der Yakuza ausgeschlossen wurde und nun geächtet ist, außerdem ist sein Mädchen, Yumi, verschwunden und es stellt sich heraus, dass der einst beste Freund, für den er im Knast war, ihn verraten hat und nun sein schlimmster Feind ist. Nebenbei gilt es noch das Rätsel um zehn Milliarden verschwundene Yen zu lösen und herauszufinden was es mit dem kleinen Mädchen, Haruka, auf sich hat das ihm „zufällig“ begegnet und das angeblich die Tochter von Yumis Schwester sein soll von der diese nichts wissen soll und die ebenfalls verschwunden ist. Außerdem kommt sie aus dem gleichen Waisenhaus in dem auch er gewesen ist.
Wem kannst du noch trauen, wenn du kaum noch Freunde hast, die Yakuza dich gern tot sehen würde und niemand zu dir steht. Die Antwort ist: Keinem. Traue nur deinem Instinkt, deinen Fähigkeiten und natürlich deinen Fäusten. Und die brauchst du wirklich sehr oft. Denn Schläger warten an jeder Ecke um sich mit dir anzulegen. Aber du bist ja nicht wehrlos, nicht um sonst warst du der Drache des Dojima Clan. Schon nach kurzer Zeit ist die Steuerung verinnerlicht und du vollführst Combos mit denen du den Möchtegerngangstern die „Grütze“ aus dem Hirn prügelst. Vor jedem Kampf wird immer in eine Art Arena umgeschaltet, in der dann der Kampf stattfindet. Dabei wird vor und nach dem Kampf geladen, ach ja und außerdem auch vor und nach den Videosequenzen (manchmal auch während). Es wird wirklich sehr viel geladen was manchmal zu Langeweile führen kann, es lädt du machst zwei Gegner platt und dann lädt er wieder. Das ist nichts gegen die Kämpfe, aber es zehrt an den Nerven wenn du auf dem Weg zu deiner Mission zum Beispiel in zehn Zufallskämpfe verwickelt wirst und durch das dauernde Laden fast eine Stunde brauchst um ans Ziel zu kommen.
Mit der Viereck- und der Dreiecktaste machst du Schläge, Tritte und in Kombination Combos die sich gewaschen haben. Mit der Kreistaste werden Gegner festgehalten, danach kannst du sie werfen oder im Griff Schläge austeilen. Weiterhin wird diese Taste benutzt um Gegenstände, wie zum Beispiel Fahrräder, Reklameschilder, Tische, Stühle usw., aufzuheben und als Waffe zu benutzen. Deren Haltbarkeit ist begrenzt und es wird in einer Anzeige am Rand angeführt wie viel Schläge du noch hast bevor der Gegenstand zerbricht. Mit der L1- Taste blockst du Schläge und Tritte ab, nur bei Waffen ist das wirkungslos, logisch nicht. Mit gedrückter R1- Taste bewegst du Kiryu Kazuma seitlich und mit zusätzlicher X- Taste macht deine Figur ein Ausweichmanöver. Die X- Taste wird sonst im Spiel als Aktionstaste gebraucht mit der du Türen öffnest, Leute ansprichst und Dinge untersuchst. Der letzte Schlag wird immer in Slow Motion ausgeführt und setzt ihn noch mal so richtig in Pose. Das Spiel ist in Kapitel unterteilt in denen zahlreiche Missionen auf dich warten. Diese sind unterteilt in Hauptmissionen die du machen musst um im Spiel weiterzukommen. Diese Missionen bekommst du automatisch. Dabei musst du meistens deine Fäuste einsetzen, zum Beispiel um einem Verbündetem in einer Bar zu helfen der von Yakuza belästigt wird. Dir bleibt dann nichts anderes übrig als sie auszuschalten. Es gibt aber auch andere Aufgaben wie dem Anschleichen in einen bestimmten Bereich um einen Freund zu treffen oder die Rettung eines kleinen Hundes vor dem Hungertod indem du ihm was zu Fressen besorgst.
Dann gibt es noch die Nebenmissionen die nicht unbedingt gemacht werden müssen um im Spiel weiterzukommen. Diese bekommst du in der Regel indem du Passanten ansprichst, die dir ihre Probleme anvertrauen. Diese Aufgaben sind nützlich um deine Fähigkeiten zu trainieren. Durch die Erfahrungspunkte, welche du außerdem in Kämpfen erhältst kannst du deine HP-Leiste vergrößern, neue Kampftechniken oder Fähigkeiten erlernen oder sie verbessern. Das machst du in den Optionen die mit der Starttaste aktiviert werden. Dort gehst du dann auf Powerup, wo die Erfahrungspunkte verteilt werden können. Außerdem bekommst du als Dank für das Lösen Geld, nützliche Gegenstände die dir im Kampf weiterhelfen können oder Schlüssel für Schließfächer. Letztere liegen auch an einigen Orten auf der Straße oder in Läden. Mit den Schlüsseln kannst du dann am Platz mit den Schließfächern, der irgendwo in der Stadt ist, das öffnen welches deiner Nummer entspricht. Denn jeder Schlüssel hat eine Nummer und es gibt fünfzig Fächer die darauf warten geöffnet zu werden. Darin erwarten dich Dinge wie Waffen, Tränke um deine HP wieder herzustellen oder andere deren Zweck du selber herausfinden musst. Erfahrungspunkte erhältst du auch für das richtige Verhalten in bestimmten Situationen. Zum Beispiel gibt es eine Stelle, wo du eine vermeintlich unschuldige Frau vor einem Betrunkenen beschützen musst. Sie lädt dich danach in eine Bar ein. Du hast nun die Wahl etwas zu trinken oder nicht. Wenn du etwas trinkst wirst du bewusstlos, weil etwas in deinem Getränk war und sie rauben dich aus. Trinkst du aber nichts kommt ans Licht, dass sie Betrüger sind die dich ausrauben wollen. Danach musst du sie noch fertig machen und erhältst zusätzlich 500 Erfahrungspunkte, weil du den Trick durchschaut hast.
Wie auch in den Hauptmissionen werden die meisten Nebenmissionen mit den Fäusten gelöst. Zum Beispiel sollst du einer Frau die geklaute Handtasche zurückbringen. Um das zu erledigen musst du den Taschendieb finden und ihm erst mal eins auf die Glocke geben um die Tasche zu bekommen. Aber es geht auch anders. So musst du zum Beispiel einem Penner helfen der kurz vor dem Verhungern ist. Weiterhin kannst du dich beim Glücksspiel versuchen, wenn du erst mal den Standort des Casinos herausgefunden hast und das Passwort kennst. Und als kleinen Gack gibt es auch die japanische Spielhalle “Club SEGA”. Leider funktioniert dort nur der Greifer mit den Küken. Das ist sehr schade. Wäre toll gewesen wenn wenigstens einer der anderen Automaten funktioniert hätte.
Die Straßen sind in Yakuza einer echten Großstadt nachempfunden und du bekommst das Gefühl mitten drin zu sein. Da sind die gut bevölkerten Einkaufsstraßen oder die fast leeren Gassen in denen sich zwielichtige Gestalten herumtreiben. Und dann wären da noch die gut besuchten Vergnügungsviertel mit ihren Bars. In der ganzen Stadt verteilt gibt es Läden in denen du einkaufen kannst. In Restaurants, Cafe’s oder Bars bekommst du Dinge um deinen Energiepegel zu steigern. Bei zu viel Alkohol wirst du allerdings betrunken und brauchst erst mal einen Kaffee um wieder nüchtern zu werden. In anderen Geschäften bekommst du Waffen, Schmuck und allerhand anderen nützlichen Kram. Die Straßen sind zwar gut besucht, aber leider kannst du nicht mit jedem sprechen, nur mit bestimmten Personen. Das ist zwar etwas schade, aber auch nicht so schlimm. Vielleicht ist es ja ganz gut, dass nicht jeder seinen Senf dazugibt. Unterhaltungen werden mittels Textfenster geführt. Nur Schlüsselszenen und besonders wichtige Stellen werden in Videosequenzen abgespielt. Dabei ist es vielleicht noch wichtig, dass die Figuren englisch sprechen und das gesagte mit deutschen Untertiteln unterlegt ist. Dabei solltest du schnell lesen können, da die Untertitel manchmal viel zu schnell verschwinden. Dann ist noch zu erwähnen, dass die Protagonisten eine große Auswahl an Flüchen und Beschimpfungen auf Lager haben. Das ist schon lustig, aber auch etwas übertrieben.
Kurzum Yakuza ist ein gutes Spiel, das eine spannende Story bietet mit vielen Darstellern. Du musst keine Angst haben, dass du dir alle Namen merken musst. In den Optionen gibt es eine Zeile die heißt Profile. Darin kannst du alles notwendige über die wichtigen Figuren noch mal nachlesen, zum Beispiel für welchen Clan sie arbeiten oder etwas über ihren Werdegang. Über die Optionen kannst du weiterhin eine Karte der Stadt aufrufen, eine Gegenstandsliste wo du siehst was im Inventar ist und Einstellungen in denen Dinge über das Spiel wie Sound, Bild zentrieren usw. eingestellt werden können. Für das Inventar ist noch zu erwähnen, dass es begrenzt ist. Zum Glück hast du ein Versteck in dem alle momentan nicht benötigten Gegenstände gelagert werden können. Dort kannst du dir auch alle Zwischensequenzen, die du schon gesehen hast noch einmal anschauen. Und es gibt die Möglichkeit für dich zu speichern. Ansonsten kannst du an jedem Telefon speichern das sich in der Stadt befindet und nein ihr seid nicht in der Matrix (kleiner Scherz).
Aber es gibt auch weniger gute Sachen an Yakuza. Das Erste wäre, das du absolut keine Kontrolle über die Kamera hast. Das wäre ja nicht sonderlich schlimm wenn der virtuelle Kameramann wenigstens halbwegs kompetent wäre. Das bringt dich dann regelmäßig zum verzweifeln, vor allem bei Kämpfen. Da kann es schon mal vorkommen, dass du aus dem Nichts oder von Hinten einen Tritt oder Schlag bekommst. Verbunden mit der etwas schwammigen Steuerung kann es passieren, dass Schläge mal ins Leere gehen. Weiterhin gibt es Pop UPs an verschiedenen Stellen. Da tauchen schon mal Personen oder Gegenstände aus dem Nichts auf oder verschwinden wieder. Um noch mal zu den Kämpfen zu kommen passiert es schon mal, dass ein Gegner nach einem Angriff durch einen am Boden liegenden Gegenstand durchfällt ohne ihn zu zerstören. Wie schon erwähnt gibt es da die vielen und vor allem zum Teil langen Ladezeiten. Sonst läuft das Spiel nahezu immer flüssig. Aber das viele Laden macht viele Pluspunkte wett.
Ansonsten ist es grafisch gut gelungen, auch auf sehr belebten Straßen läuft das Spiel flüssig. Die Arenen bei den Kämpfen sind vielleicht etwas zu trist gestaltet, aber sonst in Ordnung. Die musikalische Untermalung passt eigentlich immer zur Kulisse, geht ins Ohr und wird auch nach längerer Spielzeit nicht nervig, einfach gut. Yakuza ist ein gutes Spiel, dass sehr viel Potential hat, aber nicht alles ausgeschöpft hat. Trotz der Fehler bleibt es ein gutes Spiel, welches eine tolle Story bietet und ein solides Spielerlebnis gibt für eine gute Unterhaltung.
Fazit
Yakuza ist ein Krimi der für eine längere Zeit fesseln kann, wenn man ihm eine Chance gibt. Es ist mal eine Abwechslung zu den Mafiaspielen um den Paten oder GTA. Es wird vieles richtig gemacht aber auch manches falsch. Schön wäre zum Beispiel eine drehbare Kamera gewesen, wenigstens in den Kämpfen und eine genauere Steuerung. Was dem Spiel aber am meisten schadet sind die vielen Ladephasen. Da hätte es eine andere Lösung geben müssen. Sonst kann ich nur sagen, wer ein gutes Action Adventure sucht, das ihn für eine längere Zeit an den Bildschirm fesselt und eine tolle Story bietet, ist bei Yakuza richtig.
Trotz der Macken ist es eine Empfehlung wert und sollte wenigstens einmal angespielt werden bevor man sich eine Meinung bildet. Für mich ist es zwar kein Spitzentitel, aber dennoch ein gutes Spiel, das sehr viel Spaß machen kann, wenn man ihm eine Chance gibt.
Hat sich trotz der Macken in Yakuza verliebt: Alexander Noack